Rettung einer 70-köpfigen Schafherde

Eine Szenario jahrelanger Ausbeutung und versagter Hilfeleistung

Im Dezember 2024 wurde Lukasz auf eine Schafherde in höchster Not aufmerksam. Auf einem bäuerlichen Anwesen in Polen standen über 40 sichtlich schwer vernachlässigte, überwiegend hochtragende Tiere bei eisigen Temperaturen ohne Unterstand und Futter. Der Besitzer hatte seit vielen Jahren schon seine Schafe mehr schlecht als recht gehalten, sie gezüchtet, die Lämmer ihren Müttern entrissen und für teures Geld illegal zur Schächtung verkauft. Nun aber hatte er mehr und mehr seine Tiere unversorgt sich selbst überlassen. Anwohner der Gemeinde waren kopfschüttelnd an den darbenden Tieren vorbeigelaufen, hatten die Not der Tiere wahrgenommen, sich empört, und doch… eingeschritten war niemand… Jeder hatte Angst vor dem unbändigen, berüchtigten Zorn des Besitzers. Auch die Gemeinde erfuhr von dem Tierschutz-Straftatbestand, viele Male hatte man den Besitzer in Kontrollen ermahnt. Nichts änderte sich.

Wieder einmal ein Szenario jahrelanger gnadenloser Ausbeutung, jahrelangen Ausgeliefertseins und jahrelanger versagter Hilfeleistung für Tiere.

Lukasz verhandelte wochenlang mit der Bürgermeisterin und dem zuständigen Amtsarzt und erreichte schließlich, wie wir es so oft schon erlebt haben, folgende Möglichkeit, den Tieren endlich Hilfe zukommen zu lassen:

Wenn Pro Animale sich bereit erklärte, die Tiere vollverantwortlich zu übernehmen, würden diese sofort beschlagnahmt und zur Quarantäne in eine Scheune der Gemeinde verbracht. Die Gemeinde würde die Unterbringung in der Quarantäne sowie alle aktuell notwendigen tiermedizinischen Kosten, wie Blutentnahmen, Entwurmung sowie die Registrierung zahlen. Anschließend würde Lukasz sie zu uns in den Schafhof holen.

Angesichts des immensen Leids der Tiere und der bevorstehenden Geburten vieler Lämmer im bitterkalten polnischen Winter, war unsere Zusage zu ihrem Leben und ihrem Schutz alternativlos.

Wir stehen in solchen Momenten mit “leeren Händen” da: Ohne Patenschaftszusagen,

ohne Rücklagen für einen Tiernotfall dieses Ausmaßes!

Wir stehen vor diesen Tieren und ihrem unerträglichem Leid und ihre einzige Chance auf Hilfe liegt in unserem sofortigen und entschlossenen JA zu ihrem Leben.

Es stellt sich uns nicht die Frage, ob wir diese 40 Tiere und ihre ungeborenen Kinder in unsere Obhut nehmen können –wir müssen!

Uns bleibt dabei nur das feste Vertrauen und die
Hoffnung auf Sie,
liebe tierliebe Menschen, liebe treue
Unterstützende – darauf, dass Sie uns und diesen Tieren mit Patenschaften zur Seite stehen.

So wurden nach unserer Zusage die Tiere mit Hilfe der Polizei und Feuerwehr schnellstmöglich verladen und in einen geschützten Quarantänestall in der Gemeinde verbracht, in dem in den nächsten Wochen viele der Mütter ihre Lämmchen zur Welt brachten: Bis Ende Februar waren es bereits 20 Tierkinder, die nun – wirklich in letzter Sekunde – in einem behüteten Leben das Licht der Welt erblicken durften.

Lukasz bei der Herde im Quarantänestall

Lukasz baute mit Hilfe seiner Mitarbeitenden aus Copernika unterdes beherzt und professionell einen herrlichen großen Schafstall in unserem Schafhof bei Memento. Hier sollten die Geretteten in Empfang genommen und in ein endlich behütetes Leben aufgenommen werden sollten.

Tragischerweise starben 10 Tiere während der Quarantänezeit aufgrund ihres irreversibel desaströsen Gesundheitszustandes.

Anfang März 2025 konnte die Quarantäne beendet werden und Lukasz und Peter holten die Herde in drei Transporten zu uns: 39 weibliche Schafe mit (bis dahin) 17 Lämmern (15 männlichen und 2 weiblich), sowie 4 Schafböcke, die natürlich separiert und bei uns zeitnah kastriert wurden.

Sehen Sie hier unseren Film über die Rettung:

In den kommenden Wochen wurden weitere Lämmer geboren, und so sind es heute schließlich 70 Tiere, die wir retten und in unsere sichere Fürsorge holen konnten.

Die Lämmer dürfen für immer bei ihren Müttern im Schoß der Herde sein. Den Müttern wird ihre größte Kostbarkeit, ihr Kind nicht mehr entrissen, Schwestern und Tanten, Väter – sie alle bestimmen eine glückliche Schafherde.

Diese Tiere dürfen nun einfach nur sie selbst sein und mit ihren Daseinsgefährten ein friedliches Leben im stärkenden, erdenden Sozialverband einer Herde führen.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie aller Tiere.

Miracolo
Maryam

Lukasz mit seinen Geretteten

Maurice

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Von unseren 335 Schafen warten noch viele auf eine Patenschaft.