Wir retten Tiere aus dem direkten Kriegsgeschehen!
Von Anbeginn des Angriffskriegs auf die Ukraine fühlen wir uns verpflichtet, unseren Tiergeschwistern in ihrer verzweifelten Lage zu Hilfe zukommen, ihnen unserer Herbergstore zu öffnen und sichere Zuflucht zu schenken.
Seit März 2022 sind wir so immer wieder im Einsatz, um Tiere aus schwer umkämpften Gebieten – insbesondere aus Cherson – zu uns zu holen.
In unseren Tierherbergen Fellosophie, Rendez-vous mit Tieren, Keimzelle, Copernika und in der Pastorale leben heute viele dieser ukrainischen Hunde und Katzen. Für viele von ihnen haben wir schon wunderbare neue Heime bei liebevollen Adoptiveltern gefunden. Viele andere warten noch darauf, von „ihren“ Menschen entdeckt und in eine neues Leben, in eine eigene Familie geholt zu werden.
Nicht wenige der Hundeschützlinge sind nachhaltig traumatisiert von den Schrecken und der Todesangst, die sie im Krieg durchleben mussten, und somit nicht vermittelbar. Für diese seelisch verletzten Tiere sind unserer Tierherbergen der sichere Hafen, in dem sie den Rest ihres Lebens geborgen sein sollen.
Außerordentlichen Respekt zollen wir den couragierten ukrainischen Tierschützenden, die täglich ihr eigenen Leben aufs Spiel setzen, um den Tieren beizustehen.
Unsere größte Wertschätzung und unser Dank gilt unserem Lukasz Szyszkowski und seinen Mitarbeitenden, die seit Kriegsbeginn besonders viele der schwer oder nicht vermittelbaren und vielmals auch großen Hunde in Copernika aufgenommen haben. Die Versorgung und das Management von 220 Hunden in Gruppenhaltung ist eine immense Herausforderung!
456 Hunde, 65 Katzen und 2 Pferde haben wir seit Kriegsbeginn durch unsere Einsätze in der Ukraine in unsere Obhut genommen – in vollumfänglicher Verantwortung, inklusive aller tiermedizinischer Versorgung, Quarantänemaßnahmen, Kastrationen. (STAND: Dezember 2025)
Nov. / Dez. 2025 :
Hilferuf aus dem Inferno um Cherson – Evakuierung von 50 Hunden
Uns erreichen erneut die verzweifelten Bitten um Hilfe von Vitaly aus Cherson.
Die Lage gleicht einem Inferno – skrupelloser andauernder schwerer Drohnenbeschuss zielt auf die Vernichtung allen Lebens vor Ort –
„Die UN sprechen von gezielter Vertreibung: In der Südukraine machen russische Soldaten mit Drohnen Jagd auf Zivilisten“ ( FAZ ). Circa 75% der Bevölkerung von Cherson sind mittlerweile vertrieben oder getötet…
Nur Informationsfetzen können uns in diesen Tagen noch aus diesem Inferno erreichen. Was wir von Vitaly hören, schnürt uns die Kehle zu:
„Jeden Tag sterben hier Tiere, im Schock aus Angst, an schweren Verletzungen oder an Hunger. Die Hunde sind meine Kinder, von allen Seiten droht Gefahr und ich kann ihnen nicht sagen, was morgen sein wird. Was soll ich ihnen sagen? Ein Haus in der Nachbarschaft stand drei
Tage in Flammen, Menschen und Tiere starben, die Feuerwehr konnte durch den Drohnenbeschuss nicht passieren. Es ist unerträglich, hier zu sein. Ich habe drei schwere Angriffe überlebt, ob ich den vierten überlebe, weiß ich nicht. Was geschieht mit meinen Hunden. Bitte helfen Sie… nicht sterben…“ so Vitalis Worte.
Jede Stunde kann Vitalys letzte und die letzte seiner Hunde sein!
Und dennoch steht dieser Mann unter dem bedingungslosen Einsatz seines Lebens seinen „Kindern“, wie er sie nennt, bei. Vitaly befindet sich in einem körperlichen und psychischen Ausnahmezustand – wir können nicht einmal erahnen, was es für ihn bedeutet, gemeinsam mit seinen Hunden permanenter Todesangst ausgeliefert zu sein, nicht nur die Angst um das eigene Leben, sondern zudem körperlich die panische Angst seiner „Kinder“ aushalten zu müssen!
Er hat sich mit 27 Hunden in seine Hausruine geflüchtet und findet nach jeder Bombardierungswelle in verlassenen Straßenzügen weitere. Es sind Hunde, deren Besitzer getötet wurden oder geflüchtet sind. Hunde, die einmal ein Zuhause hatten, die Familienmitglieder waren, die kein Leben auf der Straße oder in einem Tierheim kennen, und die nun verloren in den Wirren inmmitten eines unerbitterlichen Kriegs dastehen.
Auf dem zerstörten Tierheimgelände befinden sich zudem noch weitere geschätzt 58 Hunde, die Vitaly zu versorgen sucht, sobald eine kurze Feuerpause ist.
Wir sagen Vitaly die Übernahme von 50 Hunden zu – darunter auch eine Mutterhündin, die sich im Bombenhagel in einen Luftschutzbunker geflüchtet hatte und dort in Todesangst ihre 8 Welpen zur Welt brachte.
In drei Evakuierungstransporten gelingt uns schließlich die Rettung von 53 Hunden.
Sehen Sie hier in all ihre Gesichter.
Aufgrund der langen Strecke und der Lebensgefahr, in die sich die Fahrer begeben, kostet uns der Transport eines jeden Tieres 190 €.
Für die Versorgung in der Quarantäne benötigen wir 225 € pro Hund/Monat.
Für die tiermedizinische Fürsorge rechnen wir mit 180 € pro Tier.
Liebe Pro Animale Freundinnen und Freunde,
bitte bleiben Sie an der Seite dieser kriegsversehrten Schützlinge und helfen Sie uns bei der lebenslangen Fürsorge!
Juli 2025 :
Verzweifelter Hilferuf aus Cherson – Evakuierung von 22 Hunden
Ein Ende der Gewalt in der Ukraine ist nicht absehbar und wir können nicht anders, als noch ein weiteres Mal den Hilferufen für die Tiere von Cherson nachzukommen. Vitaly versorgt die Hunde, die seit Monaten in Todesangst leben, im zerstörten Tierheim notdürftig, nimmt immer wieder Tiere mit ins Tierheim, die er verstört oder verletzt auf Straßen oder verlassenen Grundstücken findet. Er öffnet bei Raketenalarm alle Zwinger, so dass die Tiere die Chance haben, nicht von einstürzenden Gebäuden verschüttet zu werden. Und er sucht nach den Angriffen die verstörten, panischen Tiere wieder zusammen, bringt die Überlebenden wieder in die Zwinger, versucht Ruhe in ein Szenario von Todesangst, Trauma und Chaos zu bringen. Seit Monaten.
Unser Mitgefühl und unsere größte Hochachtung gilt Vitaly, der dort bedingungslos und bis zuletzt bei den Hunden bleiben wird, auch zum Preis seines eigenen Lebens… Auf unsere Frage, ob wir etwas für ihn tun können, mit irgendetwas helfen können – zusätzlich zu der Übernahme so vieler Hunde, wie nur möglich, bekamen wir diese Antwort:
„Vitaly bedankt sich von ganzem Herzen für eure Hilfe und dafür, dass ihr Hunde aus dem Tierheim aufnehmt. Er bittet um nichts für sich – das Einzige, worüber er sich große Sorgen macht, sind seine eigenen Hunde, die bei ihm leben. Er sorgt sich sehr um sie, denn sie sind seine Familie. Sein Haus befindet sich in Oleschky – auf dem von den Russen besetzten Gebiet. Deshalb hat er große Angst, dass seine Hunde auf die Straße geworfen und dem Schicksal überlassen werden, falls ihm etwas zustößt. Falls ihr irgendwann die Möglichkeit habt, wäre er euch sehr dankbar, wenn ihr auch diesen Hunden helfen könntet…“
So holen wir in diesem Transport natürlich auch die 5 privaten Hunde von Vitaly in unsere Obhut. Sie sind seine Familie, und er schickt sie fort, damit sie in Sicherheit ein neues Leben, ein neues Zuhause finden können, während er selbst unter Einsatz seines Lebens bei den Tieren bleibt, die niemanden haben, und die, wenn er ginge, sich selbst überlassen in einem Krieg der Menschen endgültig verloren wären.
Anfang August kommen auch diese 22 geretteten Hunde nach einer gefährlichen Reise heraus aus einem zerstörten Land sicher in der Quarantänestation in Polen an. Von hier werden wir sie nach der tiermedizinischen Erstversorgung, Impfung und Kastration in unsere eigenen Tierherbergen holen.
Sehen Sie hier in die Gesichter der 22 geretteten Schützlinge.
„Jeder, der für das Gute kämpft, kämpft einen letztlich aussichtslosen Kampf. Aber: Für jene Tiere und für jene Menschen, denen wir helfen können, kann diese Hilfe den Unterschied zwischen Leben und Tod, zwischen Glück und Katastrophe bedeuten.“
(Helmut F. Kaplan)
Liebe Tierfreunde, bitte spenden Sie, denn nur mit Ihrer Unterstützung können wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird.
April 2025 :
Evakuierung von 45 Hunden aus einem zerstörten Tierheim in Cherson
Uns erreichen erneut die verzweifelten Bitten um Hilfe für Hunde, die in einem mittlerweile weitgehend zerstörten Tierheim in Cherson seit Monaten den Schrecken des Kriegs ausgesetzt sind. Cherson liegt direkt an der Frontlinie und ist als Vormarschgebiet der russischen Streitkräfte seit Jahren schwer umkämpft. Heftige Angriffe, schwerer Mörser- und Raktenbeschuss, Terror, Angst und pure Verzweiflung bestimmen den Alltag der Menschen und Tiere vor Ort. Das Tierheim in Cherson wurde bereits mehrfach bombardiert, Hunde unter den Trümmern verschüttet, getötet oder schwerst verletzt.
Wir sagen die Übernahme von 30 Hunden zu und Vitaly, der als letzter verbliebener Tierschützer bei den Tierheimhunden in Cherson ausharrt, gelingt es, einen Transport für diese Hunde nach Polen zu organisieren. Da sich noch eine weitere Transportmöglichkeit für 15 kleinere Hunde eröffnet, sagen wir auch diesen Tieren die Aufnahme in unsere Obhut zu.
Anfang Mai kommen die 45 Hunde nach gefährlicher Reise in der Quarantänestation in Polen an. Hier bleiben die Hunde einige Wochen, werden geimpft und medizinisch vorbereitet, ehe wir sie schließlich in unsere eigenen Tierherbergen holen können.
Anfang Juli ziehen 22 der überwiegend großen und sehr traumatisierten Hunde endlich bei uns in Copernika ein. Hier finden sie in unseren weitläufigen, bewaldeten Auslaufarealen viel Raum für Bewegung und Sinneseindrücke und in unseren wohnlichen Hundezimmern Geborgenheit und Ruhe.
Die 23 weiteren Hunde holen wir in unser Rendez-vous mit Tieren. Viele kleine, ganz entzückende und teils auch schon aufgeschlossene Hündchen sind darunter, für die wir hoffentlich in den nächsten Wochen und Monaten liebevolle Adoptiveltern finden werden.
Sehen Sie hier in alle Hundegesichter aus dieser Rettung.
Mai 2023 – Tierheim in Kherson
Dramatischer Hilferuf für 300 Hunde und 80 Katzen unter Beschuss
Im Mai 2023 erschüttert uns ein verzweifelter Hilferuf der Tierschützerin Angelina R. aus dem von russischen Soldaten besetzten Gebiet im Oblast Kherson. Angelina harrt dort in ihrem Tierheim mit ihren 300 Hunden und 80 Katzen aus.
Das russische Militär ist direkt an ihrem Tierheim stationiert. Ukrainische Soldaten befinden sich gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Dnipro. Die Gegend steht unter ständigem Raketen- und Mörserbeschuss. Eine Rakete hatte das Tierheim bereits getroffen, wodurch 16 Hunde sofort starben. Die ukrainische Gegenoffensive steht kurz bevor. Angelina und ihre Tiere stehen dann direkt zwischen den Fronten.
Angelina wird nicht eher fliehen, bis auch ihr letztes Tier aus dieser Situation gerettet wurde. Entweder alle fliehen oder alle sterben gemeinsam, so Angelina. Die mutige Frau fleht uns an, zumindest so viele Tiere wie möglich zu retten.
Sie darf – unter den Augen der russischen Soldaten – nur zwei Stunden täglich (!) auf das Gelände ihres Tierheims. Diese Zeit reicht nicht aus, um jedes Tier wenigstens mit Futter und Wasser zu versorgen, geschweige denn, um die Gehege zu reinigen. Die Hunde sind hochgestresst, in panischer Angst alleingelassen und die Situation wird von Tag zu Tag dramatischer. Bald wird man in dem Gebiet gefangen sein und eine Evakuierung unmöglich, weil das Militär sich dort zusammenzieht und in Kürze ähnliche Zustände wie in Bachmuth erwartet werden.
Man kann nur erahnen, wie hochdramatisch, desaströs, verzweifelt, weil zutiefst lebensbedrohlich die Situation für Angelina und ihre Schützlinge ist – wie groß die Angst der Hunde, wie kaum tragbar Angelinas Last und Sorge um ihre Tiere.
Es gibt einen winzigen Funken Hoffnung: Angelina hat couragierte Fahrer gefunden, die das Risiko auf sich nehmen würden, die Tiere mit kleinen LKWs zu evakuieren und außer Landes in Richtung Polen zu bringen. Die Route ist sehr gefährlich und lang, aber die einzige Chance auf Rettung. Nur: Wohin sollen die Tiere gebracht werden?
Angelina hat keine finanziellen Mittel für die Evakuierung und keine sicheren Plätze, an denen die Tiere aufgenommen und medizinisch versorgt werden könnten, bis sie, wenn überhaupt möglich, in liebevolle Familien weitervermittelt werden könnten. Nicht zu vergessen: Es geht hier um 300 Hunde und 80 Katzen!
Wir können uns diesem Hilferuf nicht entziehen und sagen unsere Hilfe zu:
206 Hunde und 21 Katzen übernehmen wir in den folgenden Wochen!
Alle Geretteten sehen Sie hier.
Lesen und sehen Sie hier das Geschehene im Einzelnen:
Mitte Mai 2023 :
Evakuierung von 56 (+1) Hunden aus Cherson
56 Hunde von Angelina sollen den Schreckensort verlassen und die lange Reise zu uns in Sicherheit und Freiheit antreten!
Wir organisieren in Polen eine Quarantäne-Zwischenstation für die Tiere. Hier müssen sie zunächst für min. 4 Wochen bleiben, das nötige medizinische Fürsorgeprogramm durchlaufen und ggf. kastriert werden, ehe wir sie dann in unsere eigenen Tierherbergen Copernika, Rendez- vous mit Tieren, Fellosophie und in die Keimzelle holen können.
Nach dreitägiger gefährlicher Reise kommen die ersten 57 Hundeflüchtlinge in der Quarantänestation an:
26. Mai 2023 :
Evakuierung von 51 Hunden aus Cherson
Die lebensbedrohliche Situation um Angelina und ihre Hunde in Cherson spitzt sich derweil weiter zu! Die Hunde leiden unter Todesangst und dauerhaftem Belastungsstress!
Unsere Freundin, die Journalistin und Tierschutzaktivistin Judith Pein, organisiert von Beginn an mit uns die Evakuierung der Hunde aus Angelinas Tierheim. Sie startet einen Spendenaufruf und so können wir die Transportkosten für eine zweite Evakuierung von 51 Hunden finanzieren!
Durch die Zuspitzung der Lage an der Front wird es für Angelina immer schwieriger, mutige Männer zu finden, die den höchst gefährlichen Transport der Tiere auf sich nehmen. Die Route wird immer unzugänglicher und ist flankiert von schwer bewaffnetem russischem Militär. Umso glücklicher sind wir, als sich am 26. Mai 2023
mutige Fahrer mit weiteren 51 Hunden auf den lebensgefährlichen Weg machen!
Am Pfingstmontag, den 29.Mai 2023, kommen die 51 Hunde der zweiten Evakuierung in unserer polnischen Quarantänestation an.
Unsere Hochachtung und unser innigster Dank gilt an dieser Stelle den Fahrern, die ihr eigenes Leben zur Rettung der Tiere aufs Spiel gesetzt haben.
Glücklicherweise konnten die Transportkosten für diesen zweiten Transport durch einen Spendenaufruf von Judith Pein gedeckt werden.
Pro Animale übernimmt auch für diese 51 Schützlinge:
Die Kosten für die Versorgung in der Quarantäne – monatlich 180 € pro Hund.
Die Kosten für die tiermedizinische Fürsorge – min. 50 € pro Tier
Alle Kosten und volle Verantwortung auch für die weitere Fürsorge für die Tiere in der späteren Obhut in unseren Tierherbergen.
5. Juni 2023 :
Evakuierung von 41 Hunden aus Kherson
Am 5. Juni 2023 erreicht der dritte Transport mit 41 Hunden unsere polnische Quarantänestation.
Angelina gelingt es außerdem, einige ihrer Hunde bei russischen Tierschützern unterzubringen, und einige schwerverletzte Hunde nach Moskau in eine Tierklinik zu schicken.
Angelina harrt unterdes noch immer in Lebensgefahr mit weiteren circa 130 Hunden und 17 Katzen in ihrem fast völlig zerstörten Tierheim aus. In den kurzen Telefonaten, die mit ihr möglich sind, schnürt uns ihre verzweifelte Angst und ihr Weinen um das Überleben ihrer Tiere das Herz zu.
Wir sprechen Angelina und ihren Tieren unser uneingeschränktes Ja zu unserem Beistand und zu unbedingter Hilfe aus! Und wir glauben – auch im Vertrauen auf die unabdingbare Solidarität und finanzielle Unterstützung unserer Pro Animale Freundinnen und Freunde – fest daran, dass es uns gelingen wird, dieses JA einzulösen und auch noch das letzte Tier und Angelina selbst zu retten! Das Zeitfenster, das dafür bleibt, ist winzig und wir legen die Termine für die letzten drei Transporte fest, mit denen wir alle Tiere und zuletzt auch Angelina evakuieren wollen.
Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes zerstört unsere Pläne!
Das russische Militär sperngt am frühen Morgen den Kakhovka Staudamm bei Kherson. Der Wasserpegel steigt und auch Angelinas Tierheim wird überflutet. Menschen werden aus dem betroffenen Gebiet evakuiert. Russische, ukrainische und weißrussische Tierschützer und Fahrer setzen ihr Leben aufs Spiel, um Angelina mit ihren Tieren zu evakuieren. Zusätzlich stehen Mensch und Tier in den überfluteten Gebieten unter russischem Beschuss. Die Lage gleicht einem Inferno.
Ein lebensfeindlicheres Szenario ist nicht vorstellbar und Angelina führt einen bedingungslosen Kampf für das Überleben der Tiere.
Hier ein aus Auszug aus dem Post von Angelinas Seite: „Der gruseligste Horrorfilm ist Realität geworden. Angelina wäre zweimal in Oleshky fast ertrunken und kämpft weiter um ihr Leben und das Leben der Tiere. Es gibt keine Vergangenheit, keine Zukunft, nur Verzweiflung und ihren Mut. Dieses Video wurde von Angelina gemacht.
Sie saß in diesem Auto, als sie die Tiere raus brachte, der Wasserstand stieg stark an und das Auto ertrank. Sie hat es kaum geschafft, mit den Trägern rauszukommen. Angst, Schrecken, Panik. Der Wasserstand stieg sofort, viele
Häuser haben nur noch Dächer. Am nächsten Tag gelang es uns, ein Boot zu finden, auf dem Angelina die geretteten Hunde in trockene Gebiete transportierte. Die Hunde schwammen zum Boot, um sich zu retten und das
Boot kam einfach nicht mit dem Gewicht klar und sank. Und Angelina ist inmitten. Sie kann überhaupt nicht schwimmen und hat ihr Leben lang Panik, Angst vor Wasser, aber der Wunsch, Tiere zu retten, stellte sich als viel stärker heraus als ihre Ängste. Sie drohte zu ertrinken, und wurde von einem Wunder und einer nahegelegenen Säule gerettet. Das Leben wird zerstört und geteilt in vorher und nachher, es hat nichts mehr… Jetzt gibt es nur noch Wasser, nasse Kleidung, gerettete Hunde und nur noch den verzweifelten Wunsch, Tiere zu retten. Die Zahl der überlebenden Tiere wird erst bei der Evakuierung aus Oleshky bekannt sein, wenn es möglich ist. Da so viele Menschen die reale Situation nicht verstehen, erinnern wir daran, dass Oleshky auf der LINKEN SEITE des Dnipro ist, es ist nicht Kherson! Sie sind auf der anderen Seite!“
Es gelingt den russischen und ukrainischen Tierschützern um Angelina, Boote, Transportkäfige und Fahrzeuge zu organisieren. Die Evakuierung unter unvorstellbar lebensfeindlichen Bedingungen beginnt.
Unsere außerordentliche Hochachtung und Wertschätzung gilt Angelina und diesem couragierten Team, die unter Einsatz ihres Lebens und unter den lebensfeindlichsten Bedingungen, die man sich nur vorstellen kann, alles gegeben haben.
Hier ein Ausschnitt aus einem Post von Vassilisa:
„14. Juni. Die Evakuierung in Oleshky ist vorbei. 4 Tage lang fand die schwierigste Rettungsaktion statt. Infolge der koordinierten Arbeit unseres Teams und der Unterstützung der Bevölkerung wurden mehr als 100 Hunde und 80 Katzen herausgebracht, ein Kaninchen, ein Hamster auch wurden mehrere Personen vakuiert. Ein Hund hat während der Evakuierung 8 Welpen zur Welt gebracht. Wir haben eine großartige Arbeit geleistet, aber es gibt keine Kraft und keinen Grund zur Freude, alles was dort geschieht, ist die Hölle, große Trauer und irreparable Verluste. Einige Menschen und Tiere sind immer noch von Wasser umgeben, schwer zu erreichen, schwer zu retten.“
58 Hunde und 21 Katzen nehmen wir in unsere vollverantwortliche Obhut. Weitere 58 Hunde und 40 Katzen gehen in die Obhut der involvierten russischen Tierschützer. Auch Angelina verlässt nun die Ukraine und reist zu ihrer Tochter nach Warschau.
Angelina mit einigen ihrer Hunde im rettenden Boot
Am 17. Juni sind Lukasz und Peter in der Quarantänestation in Polen vor Ort, um die Ankunft der 79 sehr mitgenommenen Flutopfer (58 Hunde und 21 Katzen) zu begleiten.
Noch am selben Tag machen sie sich mit 53 Hunden aus der ersten Evakuierung, die nun aus der Quarantäne entlassen werden können, wieder auf den Rückweg und bringen diese nach Copernika.
Ankunft der ersten 53 Geretteten in Copernika
Lukasz hatte alle notwenigen Vorkehrungen für die Aufnahme so vieler Hunde bestens vorbereitet: Sehen Sie selbst, liebe Pro Animale Freunde, wie glücklich unsere Neuankömmlinge bei Lukasz in Copernika bereits zwei Tage nach ihrer Ankunft sind. Als sei eine zentnerschwere Last von ihnen abgefallen, ruhen sich einige in den Ausläufen aus, um endlich alle Anspannung von sich abfallen zu lassen. Viele folgen Lukasz bereits als ihrem innig zugwandten Freund, einige Hunde sind noch verstört und furchtsam – doch welcher Ort wäre für ihre Genesung besser als Copernika…
Liebe Pro Animale Freundinnen und Freunde,
bitte bleiben Sie an der Seite dieser kriegsversehrten Schützlinge und helfen Sie uns bei der lebenslangen Fürsorge!
August 2023 :
Angelina besucht ihre Hunde in unserer sicheren Obhut
Angelina erholt sich von den traumatischen Erlebnissen und Krisen der vergangenen Monate bei ihrer Tochter in Warschau, doch selbstverständlich ist es ihr innigster Wunsch, ihre Tiere nun in Sicherheít so schnell wie möglich wiederzusehen.
So kommt sie aus Warschau, um ihre Schützlinge in der Quarantäne zu besuchen.
Und auch zu uns nach Copernika kommt sie – zu einem bewegenden Wiedersehen mit ihren geretteten Tieren.
Hier Angelinas Brief an uns alle:
Liebe helfende Freunde von Pro Animale, liebe Johanna, liebe Natascha,
in dieser Woche konnte ich sie endlich wiedersehen, meine geliebten Hunde, die nach der Zerstörung unseres Tierheims in Oleschky unter das Schutzdach von Pro Animale fliehen konnten … Die emotionalen Abgründe zu beschreiben, die wir während der letzten Wochen und Monate durchstanden haben, ist unmöglich. Meine Hunde und ich leben seit Jahren zusammen – sie sind der Mittelpunkt meines Lebens. Während des Krieges fürchtete ich täglich um unser aller Überleben – aber es wäre mir unmöglich gewesen, meine Hunde allein zurückzulassen – und dennoch hat der Krieg und die schreckliche Flut einige von ihnen aus unseren Armen gerissen – wie viele von ihnen, kann ich hier nicht bekennen, zu tief sitzt der Schmerz, der nie vergehen wird. Aber ich versichere Ihnen, dass ich in all dem Meer an Tod und Schmerz es nicht verlernt habe, darum zu beten, dass so viele wie möglich von meinen geliebten Hundekindern ein besseres Leben jenseits des Krieges gewinnen mögen. Als ich hier in Copernika bei Lukasz ankam, war ich überwältigt und überglücklich, meine Hunde in einem so großen sicher umzäunten, schönen Kiefernwald frei laufen zu sehen. Alle Hunderäumlichkeiten hier sind einfach nur zauberhaft – keine Käfighaltung, keine Gefängnishaltung! Erleben zu dürfen, wie verständnisvoll die Pfleger hier mit meinen pelzigen Gefährten umgehen, hat mich so unsagbar glücklich gemacht. Das fast Unmögliche war wie durch ein Wunder möglich geworden: Es war ein unfassbares Glück, erleben zu dürfen, dass wir wirklich gerettet waren und lebendig und frei zusammen sein dürfen, jenseits des Krieges. Wenn Sie mich nach der Zukunft fragen, so kann ich dies nicht sicher beantworten. Ich weiß nicht, wann oder ob wir unser Tierheim je wieder aufbauen können … Die Gegenwart muss mich stabilisieren. Tatsache ist, wir leben und können zusammen sein! Offen gestanden befinde ich mich selbst noch in einem körperlich und seelisch sehr mitgenommenen Zustand – aber ich werde, so oft ich kann, meine Hunde in der Quarantäne-Station, aber auch hier in Copernika besuchen, um beim Erleben ihrer glücklichen Entfaltung selbst eigene Lebensenergie zurückgewinnen zu können.Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Pro Animale, Ihre solidarische Hilfe hat das Überleben meiner Hundekinder und unser heutiges Zusammensein ermöglicht: 205 Hunde und 21 Katzen konnten nach endlosen „Märschen“ über abertausende Kilometer bei Pro Animale eine sichere Zuflucht finden.Natascha war unser Schutzengel! Ihre unbeirrbare Tatkraft hat unsere Rettung begleitet. Ich danke ihr und dem gesamten Pro Animale-Team aus vollem Herzen für diesen großen Sieg.
Ihre Angelina Rybchenko
Unsere Einsätze im ersten Jahr des Krieges
7. März 2022 – Einsatz an der Polnisch-Ukrainischen Grenze
Peter Janovich und Lukasz Szyszkowski fahren am 7. März nach Przemyśl an die Ukrainische Grenze und können 31 Hundeschützlinge in die Obhut von Pro Animale übernehmen und zu uns nach Copernika bringen.
Sehen Sie hier die Schützlinge dieses ersten Transports.
14. März 2022 – Einsatz in Lwiw/Ukraine
In einem weiteren dreitägigen Einsatz bis nach Lwiw/Ukraine holen Lukasz und Peter weitere 39 Hundeschützlinge aus einer zerbombten Stadt nach Copernika.
Sehen Sie hier die Schützlinge des zweiten Transports.
Einige der Hundeflüchtlinge sind in gesundheitlich sehr mitgenommenem Zustand, ganz zu schweigen von ihrer psychischen Verfassung.
10. und 23. März 2022 – Übernahme von 25 Katzenflüchtlingen aus der Ukraine
Am 10. März kommen 11 Katzen, am 23. März weitere 14 Katzen aus dem Kriegsgebiet in unserer alternativen Katzenherberge “Pastorale” in Österreich an und finden hier sichere Obhut.
Sehen Sie hier in die Gesichter der Katzenschützlinge dieser beiden Rettungen.
19. März 2022 – Übernahme von 5 Hundeflüchtlingen aus Belarus
Wir nehmen 5 Hundeschützlinge aus Weißrussland in unserer Tierherberge “Keimzelle” in Uetzing auf. Auch diese Tiere hatten durch die Kriegsbedrohung ihr Zuhause verloren.
Sehen Sie die 5 Hunde hier.
26. April 2022 – Einsatz an der Ungarisch-Ukrainischen Grenze
Peter und Andreas fahren an die ungarisch- ukrainische Grenze, um 15 Hundeflüchtlinge aus dem Tierheim BIM in Kropiwnitzkij/Ukraine zu übernehmen und in unser Rendez-vous mit Tieren zu bringen.
Sehen Sie hier die Schützlinge aus diesem Transport.
5. Mai 2022 – Übernahme von 7 Hunden aus Butscha, Irpin und Kiew
Am 04.05 2022 nehmen wir 7 ukrainische Hundeflüchtlinge in unserer Keimzelle in Uetzing auf – sie stammen aus Butscha, Irpin und einem Tierheim in der Nähe von Kiew.
Sehen Sie hier die 7 Schützlinge.
12. November 2022 – Übernahme von 4 Hunden aus der Ukraine
Am 12.11. 2022 nehmen wir 4 ukrainische Hundeflüchtlinge in Copernika auf.
Sehen Sie diese 4 Hunde hier.
5. Januar 2023 – Übernahme eines Hundes aus der Ukraine
Wir übernehmen eine Hündin einer ukrainischen Flüchtlingsfamilie in unsere Fellosophie.
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