Geschichte

… der Stiftung Pro Animale Schweiz.

Liebe interessierte Tierfreunde,

so habe ich mich denn entschlossen, diese eigentlich sehr persönliche „Geschichte“ öffentlich zu machen, unverholen freilich in der Hoffnung auf diesem Weg Freunde für unser Anliegen zu finden.

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Ich stimme Ihnen zu, es gibt heute endlos viele Tierschutzorganisationen in unseren Landen –warum dennoch noch einmal versuchen ein Tor zu öffnen, wo doch so viele Tore offen stehen und so viele vergeblich auf Heerscharen von Helfern warten… zumal ich selbst als Gründerin der deutschen Tierschutzorganisation „Pro Animale für Tiere in Not e. V.“ (gegr. 1985) als gebranntes Kind dastehe – und mir mit allen Fasern bewusst bin, worauf man sich da auf Gedeih und Verderb eingelassen hat im hoffnungsvollen Glauben an die Veränderbarkeit des Leidens Anderer… wenn es Dir auch nur „tropfenweise“ im Gegenüber eines gigantischen Meeres an Elend auf diesem Planeten gelingen wird…

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„Halt mal…!“ werden mich jetzt sicher einige von Ihnen fragen – „wer sind Sie eigentlich und was hat das alles zu bedeuten – hier eine Schweizer Tierschutzstiftung, die bereits 1976 gegründet wurde und von der es bisher so gut wie keine Veröffentlichungen gibt – und da eine deutsche Tierschutzorganisation „Pro Animale für Tiere in Not“, die heute in acht europäischen Ländern und der Türkei tätig ist…?“

Liebe Tierfreunde, und gerade da muß freilich die Aufklärung beginnen, die Inhalt dieser Vorrede ist:

Hanni Kellenberger, die Stifterin der Tierschutzstiftung Fellenberg hatte bereits 2005 von „Pro Animale“, und deren tierschützerischem Vorgehen, gehört. Man hatte ihr kontinuierlich das Vereinsorgan „Der Tropfen“ gesandt, wo sie und detailiert die Art und Weise sowie die Effektivität des Vorgehens nachvollziehen konnte.

 

Es entstand ein intensiver Briefwechsel und ebensolche Telefonate zwischen ihr und mir, unvergessen dankbar bleibt die Hilfe, die Hanni Kellenberger immer wieder den Pro Animale-Projekten gerade auch solchen in Polen, der Türkei und dem südlichen Ausland zuteil werden ließ.

Von 2006 an wurde es mir zur Gewohnheit, auf unseren Reisen nach Assisi – (dort unterhält Pro Animale ein Refugium für Hunde, Katzen, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen und Schweine, das
„Sorriso di San Francesco“- nicht zum Trotz – sondern aus schierer Verzweiflung ob der elenden Situation der gemeindeeigenen Canile-Hunde…) auf meinen Reisen dorthin also, den Weg über Zürich zu nehmen und Hanni Kellenberger aufzusuchen. Einige Stunden sprachen wir beide über jene Dinge, die ihr Leben – aber eben auch meines- „gefangen“ genommen hatten und uns beide, die wir schon den Zenit unseres Lebens überschritten hatten, beharrlich umtrieben in der ewig menschlichen Suche nach dem Sinn unseres Da-seins.

Als ich Hanni Kellenberger kennenlernte, vor ca. 7 Jahren, stand sie – nur wenig älter als ich heute- in ihrem 74. Lebensjahr. Eine kleine, schmale Frau mit hellen und unverbrauchten Zügen, behend war sie und einfach gekleidet und immer eine Umhängetasche am Unterarm, wie es ältere Damen bevorzugen.

Da war trotz allem Gleichklang in unseren Überzeugungen, was das Verständnis und die Vorgehensweise einer ehrlichen und effektiven Tierschutzarbeit betraf, immer eine gewisse gehemmte Distanziertheit zwischen uns. Wir haben uns nur selten beim Abschied umarmt – ich nannte sie „Gianna“, ihrer italienischen Vergangenheit wegen und sie mich „Johanna“ – eine seltsame Namensgleichheit. Wir haben uns niemals geduzt, auch dann nicht, als sie mir gestand, daß sie an einem Gehirntumor leide, der sich ihrer an einer äußerst komplizierten Stelle im Kopf bemächtigt hatte. Der Gedanke daran war ihr zum ständigen Begleiter geworden. Wie trösten, wie Mut zusprechen angesichts einer solchen Allgegenwart?

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„Sie, Gianna, haben so viel Gutes getan!“ – das war das Einzige, was ich in den folgenden Jahren ganz banal immer wieder hervorbringen konnte…

„Wir werden noch viel mehr tun… Sie, Johanna, werden es tun in meinem Namen… ich habe nie wirklich aktiv teilgenommen, mich nie selbst eingelassen auf die Drangsal unserer Tiere… ich war ja allein, das Wagnis schien damals zu groß, ich habe immer Menschen unterstützt, die dieses Wagnis eingegangen sind – so bin ich zu Pro Animale gekommen. Hier habe ich in all den Jahren den Eindruck gewonnen, daß der Weg – von der Idee zur Verwirklichung derselben – ein gerader ist. Pro Animale hat dies immer wieder unter Beweis gestellt. Ein Konkurenzdenken zu anderen Tierschützern beschäftigt Euch nicht und von internen Machtspielen habe ich nichts gemerkt. Ihre Verwaltungskosten sind minimal – Ihre Tochter tritt in Ihre Fußstapfen – das beruhigt mich.

Die Summe all dessen hat mich bewogen, Ihnen Johanna, meine Stiftung anzuvertrauen. Sie sollen die „Fellenberg Stiftung“ zu aktivem Leben erwecken, auf eben den Weg führen, den Pro Animale so erfolgreich eingeschlagen hat…!“

Es ist nicht einfach, liebe lesende Tierfreunde, meine Empfindungen zu beschreiben, als mir Hanni Kellenberger dies eröffnete. Damals waren es bereits 22 Jahre, in denen ich Pro Animale als Vorsitzende leitete und zwar in einer täglichen Konsequenz, die uns bis heute kaum noch einen Türspalt offen lässt für ein privates Leben. Dies soll keinesfalls als Klage verstanden werden,
vielmehr als Konsequenz der Verantwortung für über 2660 Tiere in Europa und der Türkei – da kann es keinen Rückzug geben, kein Bedauern und die Spuren einer solchen Konzessionslosigkeit sind an Körper und Seele unübersehbar.

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Hanni Kellenberger‘s Angebot annehmen, und zwar in der Konsequenz, die sie von mir erwartete, bedeutete aber uns noch mehr Verantwortung aufzubürden…

Doch die „Versuchung“ durch die Übernahme der „Fellenbergstiftung“ einen zusätzlichen Radius an Hilfe eröffnen zu können – dieser Versuchung konnte ich letztendlich nicht widerstehen…

So habe ich Hanni Kellenberger bereits 2007 das Versprechen gegeben, Ihrem Wunsch und Ihrer Vorstellung entsprechend die Stiftung nach ihrem Ableben weiterzuführen.

Unser geistiger Austausch in Form von wöchentlichen Telefonaten und Faxen gestaltete sich in den darauffolgenden beiden Jahren immer enger, bis zu jenen Tagen im April 2009 als es mir über zwei Wochen hindurch nicht mehr gelang, Hanni Kellenberger zu erreichen. Faxe und eingeschriebene Briefe blieben unbeantwortet. Gianna hatte mir zwar angedeutet, daß ihr in nicht allzu ferner Zeit die Operation an ihrem Tumor dennoch nicht erspart bliebe und so nahm ich an, daß dieser so gefürchtete Zeitpunkt womöglich eingetreten sei und machte mich,
durchaus in großer Sorge, kurzentschlossen auf die Reise nach Zürich.

An der Haustüre der Wohnanlage keine Antwort auf langes Klingeln… ein überquellender Briefkasten und dann schließlich bestätigten die Auskünfte von Nachbarn unsere schlimmsten
Befürchtungen:

Hanni Kellenberger war an den Folgen einer Operation am 13. April 2009 im Hospital verstorben.

Wir wurden mit der Auflösung der Wohnung betraut und es bewegte mich sehr, hier die Zeugnisse einer lebenslangen und umfangreichen Sammlung von tierschutzrelevanten Themen vorzufinden – eine Bestätigung dessen, daß der Sinn ihres eigenen Lebens eng an die Leid-Linderung unserer Mitgeschöpfe geknüpft war.

Wir möchten an dieser Stelleeiner bescheidenen und so besonderen Frau,Hanni Kellenberger,im Namen jener Tiergeschwister von Herzen danken,deren Leben durch ihre Hilfe lebenswert werden durfte..
und lebenswert werden darf…

Unsere erste Stiftungsratssitzung der „Fellenbergstiftung“ fand statt am 15. Mai 2009
in den Räumen des „Treuhandbüros Härter“ in Zürich.
Seit jenem Tag versuche ich als ehrenamtlich tätige Präsidentin der Stiftung,
dieser nach dem Willen der Gründerin, Hanni Kellenberger,
jenen aktiven Stellenwert einzuräumen, den sie sich ersehnt hatte.